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Holfelder Gelände im November 2016

Pro Gewerbe – Mein Statement zur Entwicklung auf dem Holfelder-Gelände

In der Gemeinderatssitzung am 16.11.2016 beriet der Gemeinderat unter Top 2 die „Städtebauliche Entwicklung im Gebiet „ehemalige Wellpappe““. Im Gegensatz zur Mehrheit meiner Fraktion und zur Mehrheit des Gemeinderats sprach ich mich für den Erhalt als Gewerbegebiets aus.
Dies veranlasste einen Kollegen mich als „Gewerbegebiet-Romantiker“ zu bezeichnen. Nun gut.
Da mich meine Frau auch als einen Romantiker bezeichnet, nehme ich das als Kompliment.

Und aus meiner Sicht habe ich dies nachvollziehbar begründet. Aber einige der folgenden Wortbeiträge im Rat zeigten mir auch, dass Kolleginnen und Kollegen nicht zuhören und auch nicht offen für Gegenargumente sind. Die Entscheidung war bereits vor der Sitzung gefallen.

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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

seit der Umgehungsstraße gab es für mich persönlich kaum eine Abstimmung mehr, die mich dermaßen beschäftigt hat wie das heutige Thema.
Dies hat zum einen inhaltliche Gründe und zum anderen ärgert mich die Art und Weise wie wir heute zu diesem Thema gekommen sind.

Meine persönliche Einschätzung ist, dass wir nur mit dem Fokus Einwohnerzuwachs von dem Wieslocher Schuldenberg zukünftig nicht runterkommen werden. Aber Wiesloch mehr und mehr zu einer Wohn- und Schlafstadt zu entwickeln, ist meines Erachtens schon seit vielen Jahren das Mantra vieler. Begründet wird das in der Regel mit dem Ausbleiben der Gewerbesteuer der HDM, den enormen Schwankungen des anderen großen Arbeitgebers in Wiesloch, sowie beträchtlichen Rückzahlungen in jüngerer Vergangenheit. Zusammenfassend: Gewerbesteuer sind unsicher. Ich sage jein.
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Wiesloch hat eine Stadtgalerie – eine Bereicherung

Vergangenen Mittwoch war die Eröffnung der neuen „Stadtgalerie“. Die Stadtgalerie Wiesloch ist ein Fachmarktzentrum und ist eines der wenigen Themen bei dem sich der Wieslocher Gemeinderat einig war.

Es war gemeinsamer politischer Wille der Fraktionen im Gemeinderat, dass ein Fachmarkzentrum – und eben keine Mall (engl. meist Einkaufszentrum,) nach amerikanischem Vorbild – eine Bereicherung für Wiesloch ist.

Widerstände gab es dennoch. Zum einen von den direkten Anwohnern, die Sorge wegen der Mehrbelastung durch den Verkehr hatten und haben. Zum anderen auch von den Vertretern des Wieslocher Einzelhandels, die ein Ausbluten der Innenstadt befürchteten.

Wie der Verkehr sich entwickelt, muss man nun abwarten. Klar ist aber auch, dass ein solches Zentrum auch Verkehr anzieht. Die Vorteile für die (Gesamt-)Stadt überwiegen meines Erachtens jedoch.

  • Belebung einer brachliegenden Industriefläche im Zentrum von Wiesloch (Stichwort: Stadtentwicklung)
  • Mehr Möglichkeiten zum Einkaufen – für Wieslocher und Auswärtige.
  • weiterer Lebensmittel-Markt in Innenstadtnähe

Seit meinem Start als Gemeinderat (2009) war dieses Thema präsent. Die Ideen und Planungen sind sogar noch älter. Die CDU-Fraktionen, der Wieslocher Ortsverband der CDU und ich persönlich haben im Vorfeld uns intensiv mit diesem Thema beschäftigt und viele Gespräche und Diskussionen mit den Anwohnern, mit Bürgern, mit der Bürgerinitiative und auch mit dem Einzelhandel geführt.

Viele Planungen und Gutachten wurden gelesen. Nach intensiven und sachlichen Diskussionen im Gemeinderat haben wir, die Gemeinderäte, ein Konzept gefunden, welches gewährleistet, dass keine kleineren Geschäfte in der Stadtgalerie entstehen werden, die den Geschäften in der Innenstadt Konkurrenz machen können. Gegen einen Wettbewerb ist sicherlich nichts einzuwenden. Aber eine Wieslocher Innenstadt mit vielen Leerständen kann und will niemand wollen.

Dies ist auch der Grund weshalb die Stadtgalerie ein Fachmarktzentrum (FMZ) und kein Einkaufszentrum ist.

Alle Rückmeldungen, die ich von Freunden und Bekannten, in den letzten Tagen bekommen habe, sind durchweg positiv. Auch, wenn der Ansturm in den ersten Tagen schon enorm war. Entsprechend gab es auch die ersten Verkehrsprobleme. Dies wird sich jedoch sicherlich in den nächsten Tagen normalisieren. Die größte Freude besteht sicherlich über den neuen Elektromarkt.

Seit einiger Zeit war ja bereits die Fassade zu bewundern. Bei der Eröffnungsfeier am Mittwoch war ich positiv überrascht, dass das Innere auch sehr gelungen ist. Es macht in meinen Augen durchweg einen guten und ansprechenden Eindruck.

Generalmieter der Stadtgalerie wird die REWE-Gruppe sein. In dem FMZ gib es nun einen Deichmann, einen Tacco, einen DM (worüber sich meine Frau sehr, sehr freut), eine Rutz-Filiale, einen Elektromarkt, eine Apotheke und einen inhabergeführten REWE-Markt (Respekt!).

Suboptimal (diplomatisch formuliert) ist die Verkehrsführung und insbesondere die neue Einbahnregelung in der unteren Hauptstraße (Einbahnstraße von Volksbank in Richtung Sparkasse).

Mein Vorschlag im Gemeinderat in einem halben oder einem Jahr sich anzuschauen, wie sich der Verkehr entwickelt und dann zu überlegen welche Verkehrsführung Sinn macht, fand leider keine Mehrheit. Die SPD, die Grünen und die Freien Wähler wollten stattdessen die modifizierten Verkehrsführungen nach einem Jahr auf den Prüfstand stellen. Aber wie schwer es in der Politik ist Beschlüsse zurück nehmen, hat jeder schon erlebt. Denn dies könnte ja als ein eingestehen eines Fehles gewertet werden.

Der Regionalleiter der REWE fand bei der Eröffnung deutliche Worte zu diesem Thema. Der Kunde stimmt jeden Tag ab und diese Erfahrung wünsche er auch Politiker meinte er sinngemäß. Er sprach auch an, dass sich Bürger bei einer Bürgerbefragung, die Polizei, Wieslocher Gewerbetreibende und verschiedene Gutachten gegen die neue Verkehrsführung aussprachen.

Das Ziel der Befürworter der Einbahnstraßen-Regelung in der Unteren Hauptstraße ist es das FMZ an die Fußgängerzone (gefühlt) anzubinden. Kann und wird dies gelingen? Ich bin skeptisch.  Solange die Stadt kein Geld investiert bzw. investieren kann, um diesen Bereich optisch aufzuwerten, wird sich meiens Erachtens nichts ändern.

Dennoch ist die Stadtgalerien auch ein Gewinn für die Innenstadt. Die paar Meter kann man zu Fuß gehen, auch wenn sich städtebaulich derzeit nichts tun. Dafür hat es aber keine neue Verkehrsregelung bedarft. Für Wiesloch ist der Standort dennoch optimal. Andere Städte und Gemeinden bauen solche Zentren auf die grüne Wiese, an den Stadtrand. Von Wieslochs neuer Stadtgalerie ist man in wenigen Schritten in der Fußgängerzone. Daher war das ehemalige EnBW-Gelände für den Gemeinderat der einzig mögliche Standort.

Es bleibt abzuwarten wie dieses Thema uns in den kommenden Wochen und Monaten beschäftigen wird.

Rhein-Neckar-Zeitung vom 1. Febr. 2012: RNZ 120203 Stadtgalerie_Fachmarkzentrum Eröffnung_Der lange Atem hat sich ausgezahlt

Artikel auf der städtischen Homepage „Aktion zur Eröffnung der „Stadt-Galerie“ am 02.02.2012